Reisen ist doof. Eigentlich. Oder zumindest, wenn man es beruflich muss. Aber eben auch nicht immer. Diese Woche war ich in Spanien an der Costa del Sol, die ihrem Namen alle Ehre gemacht hat. Der Event hat viel Spaß gemacht, was sicherlich auch an der Umgebung lag. Außerdem hab ich natürlich viele nette Menschen getroffen – auch ein paar weniger nette, aber um die kann man sich ja meist herummogeln. Außerdem hab ich mir gedacht, ich müsste jetzt doch mal französisch lernen. Oder spanisch. Und außerdem muss ich mich nach einem Aikido Kurs umschauen. Ach. Nu bin ich wieder in Deutschland und nix ist mit Sonne und natürlich auch weit und breit kein Meer zu sehen. Alles scheint so trist und irgendwie unspannend. Dafür haben mich die spanischen Kollegen eingeladen, ich soll nach Madrid kommen. Gute Idee. Ich glaub, dass mach ich demnächst gleich mal. Da gibt es zwar kein Meer, aber Sonne bestimmt. Und wieder nette, interessante Menschen, die mir "ihre" Stadt zeigen möchten. Ich glaub, ich freu mich darauf. In der Zwischenzeit, schau ich mir das Meer einfach auf dem Foto an und surfe nach Flügen.
Montag, März 27, 2006
Ich hätte jetzt gern Sonne ...
Dienstag, März 14, 2006
Scott Adams
Scott Adams saß selbst jahrelang in einem Großraumbüro eines amerikanischen Unternehmens in den USA. Die Erlebnisse des Büroalltags hat er irgendwann in kleine Comicstrips gepackt, hatte damit Erfolg und kündigte. Recht so! Ich bin ein bisschen neidisch.
Das witzige daran ist, dass man bei einigen seiner Strips definitive selbst erlebte Alltagssituationen erkennen kann, die jeder einigermaßen normale Mensch nur für Fantasiegebilde hält. Dazu kann ich nur sagen: Nein, nein – alles so oder ähnlich schon erlebt.

Manchmal können Arbeitstage ausnehmend spaßig sein. Den Daily Dilbert kann man auch abonnieren unter: http://www.dilbert.com/ oder sich hin- und wieder Scotts’s Blog auch mal anschauen.
Montag, März 13, 2006
Sehen so Engel aus?
Los Angeles. Die Stadt ist jedem ein Begriff und sei es nur, weil dort Hollywood zu finden ist. Die Nähe zur Traumfabrik mag auch dafür Sorgen, dass man in Los Angeles darum bemüht ist, einem bestimmten Bild zu entsprechen. Entschuldigend muss ich hinzufügen, dass ich natürlich während meiner kurzen Aufenthalte dort, auch immer nur einen kleinen Teil dieser riesigen Stadt zu Gesicht bekomme. Jedoch finde ich die Gegensätze abschreckend. Eben noch Beverly Hills Shopping Mall und zwei Blocks weiter steht eine schwarze Frau an der Straßenecke und klagt Gott ihr Leid in purer Verzweiflung. In Downtown L.A. werden die Bettler sofort von der Polizei aufgegriffen und in andere Stadteile verfrachtet – passt halt nicht zum schicken, geschäftigen L.A. Image.
Je öfter man dort ist und des Abends zum Essen geht bzw. eingeladen wird in die zur Zeit angesagtesten Restaurants, desto mehr verstärkt sich der Eindruck, dass sich alle immer mehr ähneln. Sie sind schön, sie sind attraktiv, aber im Gedächtnis bleibt kein einziger. Das betrifft die Frauen und die Männer. Vielleicht spielt ja auch ein bisschen Neid mit. Dem gängigen Los Angeles Schönheitsideal entspreche ich sicher überhaupt nicht. Aber ich könnte daran arbeiten. Mehr Sport, mehr Salat, andere Frisur, andere Haarfarbe, andere Klamotten. Immer lächeln, immer nett sein, in Gesprächen interessiert wirken auch wenn man sich zu Tode langweilt. Oh really? How interesting! That’s gorgeous! Den letzten Rest gebe ich mir mit ein paar Schönheitsoperationen und fertig ist die Ikone. Hübsch, attraktiv und irgendwie schnell vergänglich.
Freitag, Februar 17, 2006
IQ Tests
Falls irgendwer denkt, IQ Tests hätten irgendeine Bedeutung, kann ich dies wiederlegen. Neulich aus Langeweile bei einem Telefonat mal wieder einen gemacht. Am Ende kam natürlich eine Zahl raus, die aber hier nicht von Bedeutung sein soll. Bedeutsam ist eher der Text:
Okay. Das ich Zusammenhänge schnell erkenne und strategisch planen kann, ist ja nix neues. Aber bei aller Liebe: Eine Rechenmaschine? Mathematisch-logisch? Logisch: ja, vielleicht. Mathematisch: nie und nimmer. Ich hab’s schon immer gewusst, IQ Tests sind Volksverdummung par exellence! Aber ihr könnt es natürlich auch gern selbst mal testen.
http://de.tickle.com/test/iqplus/intro.html
Dienstag, Februar 14, 2006
Ich geb’s auf!
Die Menschheit im allgemeinen ist ignorant, arrogant, unsensibel und überheblich. Oder es fehlt einfach an Intelligenz. Okay, das mag vielleicht auch überheblich und arrogant sein, aber was soll’s, ich gehe mit dem Zeitgeist. Wahrscheinlicher ist allerdings, es war schon immer so, ich war nur selbst zu ignorant es zu bemerken. Vielleicht war ich auch einfach in meiner naiv treudoofen Weltanschauung gefangen, dass man mit einer Aktion meist auch eine Reaktion hervorruft. Ich hänge der irrigen Grundidee nach, dass man hin- und wieder seine Äußerungen und Aktionen reflektiert, am besten bevor man damit rausrückt. In einfachen Worten: Man denkt im vorhinein darüber nach, welche Auswirkung das eigene Handeln auf andere Menschen hat – bevorzugt sogar auf längere Sicht.
Ha! Was hab ich mir nur gedacht? Das die Welt besser wird dadurch? Das andere das auch so machen und man dadurch ein angenehmeres Lebensklima schafft? So ein Blödsinn! Nachdenken! Pfff. Der Prozess des Nachdenkens – so er denn überhaupt bei einigen Individuen einsetzt – muss dazu verwendet werden, seinen eigenen Vorteil bestmöglich herauszuarbeiten. Dabei verschwendet man weder wertvolle Gehirnzellen noch Zeit dafür, sich Gedanken zu machen, wie es anderen dabei geht bzw. ergehen könnte.
Daraus ergibt sich dann die Schlußfolgerung: Gewinnmaximierung und zwar für mich ganz allein! Erringung der Weltherrschaft in drei Tagen! Ich will alles! Geld, Macht, Konsum! Alles meins! Soll der Rest im Staub kriechen, mir scheißegal. Wer hier ein Stück vom Kuchen bekommt, bestimm ich! Jawoll! Und ich bestimm im übrigen auch wie der Kuchen aussieht. Da spielst du nicht mit? Dann friss Staub und geh unter. Die Regeln für deine Existenz bestimm nämlich ich!
Hm.
Ach, nee. Ich bestimme immer noch selbst, wann ich mich wo und wieso in den Staub werfe. Im Moment klopf ich den eher noch lässig von meinen Klamotten ab. Außerdem backe ich meinen eigenen Kuchen, der ist vielleicht kleiner, schmeckt aber viel besser. Wer ein Stück abhaben will – ich teil gerne.
Donnerstag, Januar 26, 2006
Ob er das wirklich gesagt hat?
Um die tief im Braunen vergrabenen Nasen meiner Herren Direktoren aus meinem Arsch zu entfernen, brauchte man einen Schweißbrenner.
Henry Ford (1863-1947), amerik. Großindustrieller
Die zweite Frage wäre dann übrigens zwangsweise: Hat er die selbst eingestellt? Rätsel über Rätsel.
Dienstag, Januar 24, 2006
Entlassungsproduktivität
Entlassungsproduktivität ist das Unwort des Jahres. Wäre es nicht so traurig, wäre es fast zum Lachen, dass man mit Entlassungen in Firmen die Produktivität erhöht. Welcher Einfaltspinsel sich diesen Begriff auch immer ausgedacht haben mag, der wurde sicher nicht entlassen, sondern für die Wortkreation auch noch befördert. Glückwunsch zur Ignoranz und Gefühlskälte im Umgang mit menschlichen Wesen. Rein wirtschaftlich funktioniert das auch super, denn werden erst mal ein paar Leute entlassen, arbeitet der Rest einfach noch mehr – man will ja schließlich nicht negativ auffallen. Das Unternehmen freut sich, die Aktionäre auch (sofern vorhanden) und die Entlassenen verabschieden sich unauffällig in die ... Ja wohin eigentlich? Vielleicht in die Depressionsproduktivität? Kriminalitätsproduktivität? Produzieren die eigentlich überhaupt noch etwas, was der Allgemeinheit nützt? Dabei ist Produktivität ein Wort, dass doch eigentlich etwas positives vermuten lässt. Oder vielmehr, es ließ etwas positives vermuten. Man kann sich halt alles schön reden.
Montag, Januar 23, 2006
A woman from inside out
Da schickt man mir heute morgen folgenden Link
http://www.pelourinho.com/movies/c003702/
mit dem Kommentar: „Das könnt ich nicht.“
Ich find’s total faszinierend, komme aber leider zu der ernüchternden Erkenntnis: „Ich kann das auch nicht!“ Mist. Aber egal, ich beglückwünsche den Maler zu seinem Talent und denke mir: Was nicht ist, kann ja noch werden.
Werbeerfolge
Samstags geht die arbeitende Bevölkerung ja gern mal einkaufen, da unter der Woche die Zeit fehlt – so auch meine Wenigkeit. Lustlos durch die Gänge den Wagen schiebend – in der einen Hand den Einkaufszettel, damit ich auch ja nix vergesse – kommt mir ein leicht genervter Vater mit seiner ca. 7 Jahren alten Tochter entgegen. Die Tochter – sich am Wagen festhaltend und seitlich hüpfend, damit sie den Vater auch im Supermarkt bloß nicht verliert krakelt: „Das ist gaaaaanz toll!“ Der Vater starr nach vorne schauend, mit Tränensäcken und 5 Tagebart, schiebt den Wagen mit seinem ganzen Gewicht in aufreizender Langsamkeit und antwortet mit einem leicht genervten: „Nein.“
„Doch gaaaanz toll“, erwidert die Tochter weiter hüpfend und mit leichtem Hundeblick in Richtung Vater, der sie allerdings keines Blickes würdigt.
„Nein.“
Leichte Verzweiflung auf Seiten des Kindes ist zu bemerken.
„Aber die im Fernsehen sagen auch, dass das ganz toll ist.“
Antwort des Vaters, immer noch stur nach vorne schauend: „Das im Fernsehen ist Werbung und die lügen immer.“
Dann waren sie endgültig an mir vorbei und ich machte mich weiter auf die Suche nach dem Koriander. An alle Werber da draußen, macht euch keine Gedanken, dieses Vater/Tochter Gespann war sicher nicht repräsentativ.
Mittwoch, Januar 04, 2006
Umzug, Weihnachten, Sylvester und der ganze Rest
Das Internet geht wieder, die Welt hat mich wieder. Naja. Fast. So ein Umzug ist ja wirklich kein Spaß. An dieser Stelle sei auch noch einmal allen Freunden und Kollegen gedankt, die beim Umzug tatkräftig mitgeholfen haben! Ohne euch wäre das ganze ein Desaster gewesen! Danke! Außerdem bin ich verpflichtet darauf hinzuweisen, dass die Waschmaschine leider doch mit umgezogen werden musste, da ihr Leben, so scheint es, an einem seidenen Faden hängt. Sorry an diejenigen, die sie getragen haben. Weihnachten fiel im Übrigen aufgrund der Umzugsgegebenheiten aus.
Nun zu den 10 Geboten für 2006.
- Das Leben genießen
- Ruhe bewahren.
- Sich in Geduld üben.
- Ignoranten ausweichen.
- Ignoranten, denen man nicht ausweichen kann, ignorieren.
- Ignoranten die man leider nicht ignorieren kann, in ihren Vorhaben bestätigen und darauf warten, dass sie auf die Schnauze fallen.
- Sollen die ganzen Ignoranten, Arroganten und sonstigen Unfähigen nicht auf die Schnauze fallen, weil sie mit ihrem Dummgelaber mal wieder überall durchkommen: Siehe Punkt 1. –3.
- Im Falle von Punkt 7. wird es unabdingbar, sich in seiner Freizeit mit Menschen zu umgeben, die man mag, mit denen man Spaß haben kann und auf die man sich verlassen kann. Kurz: Freundschaften pflegen, die überdauern ohnehin so manches Lebenstief.
- Freizeit bedeutet nicht, sich in selbiger um Firmenangelegenheiten zu kümmern.
- Im Lotto gewinnen. (Die Hoffnung stirbt zu letzt und Spaß muss sein.)
Happy 2006!
Sonntag, Dezember 11, 2005
Da geht sie hin ...
... und kehrt nie wieder. Oder so ähnlich.
Was ein Glück, die Waschmaschine muss nicht mit umgezogen werden. Die gab nämlich mit einem lauten Geräusch vor wenigen Stunden den Geist auf. Das wird sicher jeden freuen, der beim Umzug hilft. Pech ist, nu muss ich kurz vor Weihnachten auch noch eine Waschmaschine kaufen und so günstig sind die auch wieder nicht. Außerdem: Gibt es etwas dämlicheres als vor Weihnachten eine Waschmaschine zu kaufen? Wenn irgendein Verkäufer darüber einen Witz macht, werfe ich ihm was an den Kopf.
Mittwoch, Dezember 07, 2005
Umzugschaos, Part 2
Bücher umzuziehen ist zugegebenermaßen die Pest. Das gebündelte Lese-Vergnügen wiegt einfach zu schwer. Kiebige Bemerkungen meiner besseren Hälfte, ich könnte die Bücher auch mal aussortieren, hab ich gleich mit einem entsetzen Aufschrei quittiert. Bücher wegwerfen? Nie und nimmer! Ich liebe meine Bücher! Auf ebay verkaufen? Welch unsinniger Vorschlag, ja ich würde sagen, schon fast ketzerisch! Meine Bücherregale sind sicher keine Bibliothek, aber mir sind sie lieb und teuer. Douglas Adams, Hermann Hesse, Kurt Tucholsky. Shakespeare, J.-P. Sartre, Ludwig Wittgenstein, F. Nietzsche, F. Scott Fitzgerald, Ernest Hemingway, Charles Bukowski, John Irving, Thomas Mann – die Liste würde endlos werden. Nicht zu vergessen meine Sammlung von Fantasy Romanen, Comics, die Nachschlagewerke, die Reiseführer, Karten aus aller Herren Länder und Reisetagebücher. Wegwerfen! Das ich nicht lache!
Okay, es sind eine Menge Kartons. Aber ohne meine Bücher? Nee, ohne die zieh ich nicht um. Und ohne die Spiele auch nicht. Da wo ich hingehe, gehen die mit. Schau ich mir die vielen Bücher an, erinnere ich mich, wann ich sie gelesen habe. Ich erinnere mich an Leute, die mir Bücher empfohlen haben, ich erinnere mich daran, was ich mit diesen Leuten alles unternommen habe, an lange Nächte mit kontroversen Diskussionen und nicht zu vergessen, einfach viel Spaß! Allein schon deshalb lohnt sich ein Umzug, man findet viele Dinge, die man schon lange nicht mehr in der Hand hielt, man erinnert sich an Erlebnisse, Leute, Ereignisse – ich find’s schön! Das Packen wird sicher noch ewig dauern, obwohl, mir geht die Zeit aus. Egal, muss das Bloggen zurückstehen, geht nicht anders.
Dienstag, Dezember 06, 2005
Umzugschaos, Part 1
Nicht nur, dass ich irgendwie im Büro zu viel zu tun habe, nein, ich musste auf die doofe Idee kommen auch noch umzuziehen. Demnächst. Und das kostet irgendwie viel Zeit und dann kommt das Schreiben zu kurz. Tut mir leid, ich werde es zwischen den Jahren nachholen, sollte mein Internetanschluss funktionieren. Zurück zum Umzug – dies dürfte der mittlerweile neunte sein – bei dem mir wieder folgendes bewusst wurde: Ich hab zu viel Kram. Und zwar Unnützen. Da zeigt sich eindeutig die Jäger und Sammler Mentalität. Und zwar von ihrer schlimmsten Seite.
Am Wochenende stöberte ich durch den Keller, auf der Suche nach Dingen, die ich einpacken wollte. Zum Beispiel etliche Sportgeräte, die ich mir in einem Moment der absoluten Eitelkeit zugelegt habe. Nach näherem Betrachten war es vielleicht auch nur Dummheit. Kennt jemand die Bali-Feder? Sieht aus wie eine übergroße, an einer Seite offene Sicherheitsnadel. Durch zusammendrücken der beiden losen Ende, soll angeblich eine Wirkung für den Brustmuskel erzielt werden. Mit Liegestützen günstiger zu erzielen, denk ich. Muss ein Verzweiflungskauf gewesen sein. Weg damit zu dem anderen Schrott, dich zieh ich nicht mit um.
Oder meine Taucherausrüstung – ach was war das schön auf den Malediven damals – die werfe ich natürlich nicht weg. Und wieso finde ich in meinem DVD/Spielekeller nebst den Brett- und Rollenspielen eigentlich alte PC Player Hefte von 1997? Und warum hab ich die aufgehoben? Auf dem Titel der 97er Ausgabe prangt MDK, Sonic und G-nome. Davon hat’s nur MDK auf meinen Rechner geschafft und ich hab die Steuerung gehasst und es nie zu Ende gespielt. Sei’s drum, das Spiel hab ich sicher schon in einen Karton zu den anderen gepackt. Und ja, natürlich hab ich das aufgehoben, man weiß ja nie.
Dienstag, November 22, 2005
Ich hasse Charles de Gaulle
Also nicht ihn persönlich, sondern den nach ihm benannten Flughafen. Da fliegt man in aller Frühe nach Paris – oder vielmehr, man versucht früh zu fliegen. Stattdessen zicken die Tickets, weil sie sich beim beliebten „Quick Check in“ nicht einlesen lassen. Also zum normalen Check in, wo eine Schlange von ca. 40 Leuten mit Gepäck wartet. Boarding startet in zehn Minuten und man ist noch nicht durch die Sicherheitskontrolle. Egal. Gutes zureden und genervte Blicke in Kauf nehmend schnell vorgedrängelt, einchecken, nur um festzustellen, dass man sich zu Gate 32 (am hintersten Ende) begeben muss. Auf zur Sicherheitskontrolle, heute piepst auch mal nix und die Schuhe darf man auch anlassen. Puh. Hechten zum Gate, Boarding läuft und rein in die Maschine, wo gerade die Stimme des Piloten folgendes verkündet:
„Meine Damen und Herren, wir müssen leider das Flugzeug noch einmal betanken und bitten deswegen diejenigen Fluggäste, die sich schon angeschnallt haben, den Gurt wieder zu lösen. Dies ist beim Betanken Vorschrift.“
Falls mir jemand den Sinn dieser Vorschrift erklären kann, wäre ich dankbar, denn ich hab sie nicht verstanden. Dann endlich am Platz, anschnallen ist auch wieder erlaubt. Boarding completed, tönt es in der Kabine. Gleich geht’s los! Denkste! Nächste Durchsage: In Paris ist Nebel und deswegen können wir in Frankfurt noch nicht los. Na super. Geschlagenen 45 Minuten später rollt der Vogel endlich zur Startbahn.
In Paris drehen wir liebevoll Warteschleifen. Ergebnis: 1 h 30 m zu spät. Ab ins Taxi und in die Innenstadt zum Termin. Natürlich sind alle schon da – nur wir sind zu spät. Vier Stunden Termin und dann muss der erste weg, weil er seinen Flug erwischen muss. Irgendwie unbefriedigend, denn meine Liste der zu klärenden Punkte ist noch nicht abgearbeitet. Der Kollege aus Frankreich meint: „Das war doch ein sehr produktiver Termin.“ Wie meinen? Ja vielleicht wenn ich nicht 5 Stunden gebraucht hätte, um an einem vierstündigen Termin teilzunehmen. Also wieder ins Taxi zurück zum Flughafen. Apropos: Mit dem Auto durch Paris ist für mich immer wieder ein Erlebnis, verbunden mit der Erkenntnis – hier werde ich nie selbst Auto fahren.
Dreißig Minuten später pünktlich am Flughafen. Auf der Anzeigetafel leuchtet hinter meinem Flug folgendes Wort auf: Annulé. Begründung der netten Dame auf Nachfrage: Wegen des Nebels. Hm. Ob der sich eine Stunde später gelichtet hat? Ich liebe es, wenn mich Leute für dumm verkaufen. Die Flüge nach München starteten im übrigen. Liegt wahrscheinlich daran, das die Münchner mit ihrem Moorflughafen nebelgeprüft sind. Die nächste Maschine soll erst 1h 30m später gehen – diese 90 Minuten Verspätung schon den ganzen Tag bringen mich noch um. Also rumlümmeln am wunderschönen Flughafen, Charles de Gaulle – und ja, diese Bemerkung ist ironisch gemeint. Dieser Flughafen verströmt den Charme einer Vorort-Müllkippe. Natürlich hatte auch diese Maschine Verspätung. Und natürlich drehten wir dann in Frankfurt 30 Minuten Kreise. Ende vom Lied: Ich war um halb zehn zu Hause. Und das alles wegen eines Termins der vier Stunden lang war. Das nenn ich mal effektiv ...
Montag, November 21, 2005
Was war’s schön letzte Woche
Anstrengend, aber schön. Irgendwie bin ich dauernd unterwegs und komm nicht zum Schreiben. Meist sind Geschäftsreisen ja nützlich. Wie zum Beispiel letzte Woche in Budapest. Wunderschöne Stadt (siehe sehr reduzierte Auswahl der Fotos) sofern ich das nach den zwei Stunden Freizeit am Freitag sagen kann.



Und sehr nette Leute. Außerdem hatte ich nach den drei Tagen Aufenthalt nicht das Gefühl, dass die Zeit verschwendet war – im Gegenteil, ich bin zuversichtlich, dass wir tolle Ergebnisse erzielt haben. Und wenn ich das sage, mag das schon viel heißen.
Aphrodite das „Clubrestaurant“ befand sich im übrigen genau gegenüber meines Hotels und erregte die Aufmerksamkeit der mitreisenden Herren. Ich fand ja den Begriff "Clubrestaurant“ sehr nett. Beim Blick auf die Fotos der Damen, die am Eingang hängen (die Fotos, nicht die Damen), stellt sich einmal mehr die Frage, wie man den Begriff Restaurant doch ausdehnen kann. Aber egal, Aphrodite war der „running Gag“ für die nächsten drei Tage. Und nein, ich habe andere Restaurants für den Abend vorgezogen. Bevor jemand fragt.

Dienstag, November 15, 2005
Emails – kommunizieren leicht gemacht
Gibt man telefonisch seine Emailadresse durch, können hin und wieder Fehler entstehen. Vielleicht nuschelt man einfach beim Telefonieren oder die Verbindung ist schlecht. Soll ja Vorkommen. Ärgerlich, wenn man dann Anrufe von Personen bekommt, die sich darüber aufregen, dass man sich auf eine Mail nicht gemeldet hat. Da wühlt man sich schon mal gern durch seine Mails, sortiert nach Name des Absenders oder Absenddatum – aber nichts zu finden. Man beruhigt die Person am Telefon, dass wohl irgendwas schief gelaufen sein muss.
„Ja ja, Sie wissen schon, die verdammte Technik. Fluch und Segen zugleich.“
„Sie haben die Mail vor sich? Ja, ich weiß, ist sicher nicht Ihr Fehler gewesen.“
„Ach, dann senden Sie sie doch einfach noch einmal. Ja, ich gebe Ihnen die Adresse noch einmal durch.“
„Ja, ich buchstabiere.“ Und zwar mit Bedacht.
Wenn einen dann 10 Minuten später die weitergeleitete Email erreicht und man auf die Mailadresse der verlorenen Mail von vor zwei Wochen schaut entdeckt man dann folgendes:
Lieschen.mueller@muellerdotcom
Hm. Anglizismen im Sprachgebrauch sind halt nicht jedermanns Sache.
Montag, November 14, 2005
3, 2, 1 – deins
Ich hasse Ebay. Naja, nicht wirklich. Aber wie ätzend ist das, wenn man einen Artikel 8 Tage beobachtet und dann eine halbe Stunde vor Ablauf mit wachsender Anspannung vor dem Rechner sitzt, um zu beobachten, ob der Preis steigt. Die Hände werden kalt, das Herz klopft während man sich gedanklich schon ausmalt, was man mit dem Gegenstand der Begierde alles anstellen möchte. Nein, noch werden keine Männer über Ebay versteigert – ich rede von einem Schrank. Oje, ich bin genau so geworden, wie die Leute, die ich ansonsten nur mit einem bedauernden Lächeln bedenke – wie erschreckend! Einsicht ist ja bekanntlich der erste Weg zur Besserung. Ich bin bescheuert.
Aber mal ehrlich, wenn dann irgendein Witzbold sein Gebot 30 Sekunden vor Schluss abgibt und den Preis in schwindelerregende Höhen treibt, könnt ich in mein Keyboard beißen. Vor allen Dingen dann, wenn ich auf meine Enter-Taste hämmere, weil ich denke, ich könnte mit meiner lächerlichen 20 Euro Erhöhung noch was ausrichten. Ich hasse Ebay. Nein, eigentlich hasse ich Ebayer! Jawoll! Euch alle zu Hause, die ihr mir meinen Feierabend mit unnötigen Geboten versaut und auch noch gewinnt. Geht unter und erstickt an eurem ersteigerten Kram.
Da mach ich nicht mehr mit, dann kauf ich mir die Sachen halt im Laden. So! Ich lösch meinen Account und dann kann mich Ebay mal. Und die ganzen Ebayer auch!
Hm. Obwohl... Ich hab da noch einen wunderschönen Jugendstilschrank in meiner Beobachtungsliste. Vielleicht hab ich ja beim nächsten Mal Glück?
Montag, November 07, 2005
Frauen ab 40
„Also Frauen ab 40, die will doch keiner mehr. Lieber was knackiges so um die 25, die sind auch viel aufgeschlossener.“
Sprach der 45-Jährige Beachboy-Verschnitt mit blonder Föhnwelle, kleinem Wohlstandsbäuchlein und leichten Hängebäckchen.
Ach so. Da bin ich aber froh, dass wir das geklärt haben.
Feiertage
Montag, der 31.10.2005 im wunderschönen Hessen.
Kollege 1: „Wie, heute ist ein Feiertag?“
Kollege 2: „Na ja, nicht bei uns aber in einigen anderen Bundesländern schon.“
Kollege 1: „Hä? Welcher Feiertag ist denn heute?“
Kollege 2: „Reformationstag.“
Kollege 1: „Scheiß Katholiken!“
Ein Hoch auf Martin Luther, der Kampf gegen die römisch katholische Kirche vor 500 Jahren hat sich echt gelohnt! Wäre die Antwort Halloween gewesen, ich glaube, das wäre auf mehr Verständnis gestoßen.
Sonntag, November 06, 2005
Es ist Wochenende
Eigentlich ist es das Ende des Wochenendes - aber egal. Es war nett, ich bin gut drauf und deswegen heute ein Gedicht:
Ich träum dich
Will dich fassen, dich berühren,
will dich in meiner Nähe spüren.
Mit meinen Fingerspitzen
die Linien deines Gesichts nachzeichnen,
nie mehr von deiner Seite weichen.
Lass mich von deinen Lippen trinken,
in der Unendlichkeit deiner Augen versinken.
Der Rhythmus deines Herzschlags
fordert mich auf zum Tanz,
will mich verlieren in diesem Lichterglanz.
Benebelst meine Sinne,
hüllst mich ein in ein Meer voller Sonnenflecken,
selbst wenn ich wollte,
könnt mich vor dir nicht verstecken.
Könnte diese Umarmung nur ewig bestehen,
die Zeit für diesen Augenblick ewig still stehen.
Meine Sehnsucht träumt dich zu mir zurück,
für einen kurzen Moment voller Erfüllung und Glück.