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Freitag, September 19, 2008

Erwartungshaltung auf allen Seiten

Es ist für mich ja immer wieder erstaunlich, mit welcher Ignoranz einige Menschen durch die Welt stolpern. Sicher ist es so, dass jeder erst mal sein Empfinden in den Vordergrund stellt, um eine Situation zu beurteilen. Lustig wird es allerdings dann, wenn man Leuten mitteilt, dass es einem nicht gut geht, den Grund dafür nennt und die Situation schildert. Theoretisch kann dann jeder kurz darüber nachdenken, ob ein vielleicht etwas nachlässiges Verhalten die soziale Kontaktpflege betreffend, einfach auf den Lebensumstand zurückzuführen sind, oder aber einem persönlichen Affront gleichzusetzen ist.

Meist ist das ja genau der Grund, warum man Leuten im näheren Umfeld etwas schildert - damit sie die Verhaltensweisen in nächster Zeit besser verstehen und nicht persönlich nehmen. Und nein, dass sollte natürlich kein Freibrief für ungebührliches Benehmen sein. Allerdings haben manche Leute nichts besseres zu tun, als sich darüber aufzuregen, dass man sich gebührendermaßen zwei Tage später bei ihnen nicht gemeldet hat. Hierbei handelt es sich eindeutig um ein ausgereiftes Kurzzeitgedächtnis oder aber derjenige neigt zur leichten Egozentrik.

Tragisch. Wirklich tragisch. Da können bei einem selbst Welten zusammenstürzen und andere denken nur darüber nach, warum man sich jetzt nicht gebührend um ihre Person kümmert.

Das sind dann die Zeiten, wo ich kurz darüber nachdenke, wer sich eigentlich bei mir meldet, um mal zu fragen, ob es mir gut geht. Oder, ob man mir helfen kann. Vorgenannte sind es definitiv nicht. So ein Zufall. Wenn mir nicht gerade jemand von höchster Stelle gesagt hätte, ich soll mich nicht aufregen, würde ich mich jetzt aufregen.

Da ich das aber nicht darf, habe ich mich entschlossen, dass ganze mit trauriger Distanz zu betrachten, meine höfliche Aufwartung mit einer Entschuldigung meines ungebührlichen Benehmens zu verbinden und ansonsten die Person in den Status „persona non grata“ zu erheben.

Dinge die passieren.

Ich und meine übertriebene Erwartungshaltung. Die kneift mich auch immer wieder in den Hintern.

Freitag, Februar 15, 2008

30 Minuten

Ich weiß, dass politische Themen nicht jedermanns Sache sind. Nichtsdestotrotz möchte ich heute kurz die Aufmerksamkeit auf die Arbeit von Amnesty International (AI) lenken, die u.a. auch sehr schön aufzeigen, dass man auch ohne für eine Vereinigung zu spenden, durchaus in der Lage sein kann, Dinge zu bewegen. Natürlich ist es auch gern genommen, wenn man sich als zahlendes Mitglied zur Verfügung stellt. Ich glaube jedoch, dass es eigentlich wesentlich wichtiger ist, und auch durchaus eine starke Wirkung zeigt, wenn man selbst aktiv wird.

AI zum Beispiel, ermöglicht es jedem von uns, für Menschen auf der ganzen Welt einzutreten. Dafür braucht es garnicht sooo viel. In ihrem Bereich Urgent Actions oder Apellfälle weisen sie auf Menschenrechtsverletzungen hin und fordern uns auf, Briefe an die jeweiligen Staatchefs/Behörden zu schreiben. Das geht sogar in deutscher Sprache Deutsch, falls jemand der englischen oder jeweiligen Landessprache nicht mächtig ist.

Nun mögen einige sagen, dass ist ja nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Ja, ist es wohl, aber viele Tropfen können eben auch etwas bewirken und AI zeigt, dass es auch funktionieren kann. Vielleicht nicht immer, aber durchaus häufig.

Und das ganze kostet uns eigentlich nur Zeit. Da kann man durchaus mal überlegen, ob man die halbe Stunde am Wochenende nicht mal opfern kann, um eventuell ein Menschenleben zu retten und auf die nicht tragbaren Umstände in einigen Ländern hinzuweisen.

AI schreibt es selbst auf der Homepage: Was die viele Staaten oder Staatschef am meisten fürchten, ist, dass ihre Taten in die Öffentlichkeit gezerrt werden. Na dann mal los.

Und ja ich weiß, man kann sicher nicht allen helfen, aber jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt und ich bin nun mal ein unverbesserlicher Idealist.