Da ergab sich gestern Abend bei der Whiskey-Verkostung diese Diskussion darüber, welche Lieder man als Band denn so nachspielen könnte. Und nein, ich spiel da glücklicherweise nicht mit, ich beherrsche nämlich kein Musikinstrument. Mir wurde zwar angeboten, ich soll doch singen, das habe ich aber mit dem dezenten Hinweis auf meine doch etwas dunklere Stimme abgelehnt. Abgesehen davon haben die Jungs das sicher auch nicht ernst gemeint. Wie auch immer.
Jedenfalls sagte ich dann irgendwann etwas wie "ich kann weder singen noch ein Instrument spielen, aber ich schreib halt manchmal Gedichte." Bin ich jetzt nicht sonderlich stolz drauf und ich denke auch nicht, dass sie besonders gut sind. Macht aber nix, denn die geben ja nur eine bestimmte Gefühlslage wieder, die zu dem Zeitpunkt als ich sie schrieb, gerade vorherrschte.
Und deswegen hab ich halt mal eins hier veröffentlicht, dass ich eigentlich ganz gern mag, auch wenn es recht traurig ist.
Donnerstag, November 29, 2007
Gedichte und so.
Das Meer der ungeweinten Tränen
Es ist, als hätt‘ man dich mit Watte fest verschnürt,
in einen Glasschrank abgeschoben,
um den – durch Neid und Hass geschürt –
Tausende von wilden, wirren Menschen toben.
Siehst wie sie schreiend gestikulieren,
doch kein Geräusch dringt an dein Ohr,
fürchtest, den Verstand bald zu verlieren
und deine Welt wird wieder grau wie je zuvor.
Spürst wie Tränen in die Augen steigen,
dein Mund formt Worte ohne Laut,
dein Verstand tanzt mit der Verzweiflung einen Reigen,
die Emotion sich nichts mehr traut.
Ein Meer von ungeweinten Tränen hüllt dich ein,
willst versinken in den dunklen, salzigen Wellen,
doch die Gedanken sind so viele und du für sie doch viel zu klein,
nichts und niemand kann mehr dein Gemüt erhellen.
Könnt nur dein Kopf all diese Grenzen sprengen,
wärst so gern Teil von andren Dingen,
jedoch du findest nicht den Weg, nur die Gedanken, die dich drängen
und in ein großes Nichts und in die taube Leere zwingen.
Ein schwarzes, samtnes Tuch senkt sich herab,
verhüllt das letzte Licht, das durch den Glasschrank drang,
zurück bleibt nichts als Dunkelheit und Stille,
nicht mal die Tränen blieben lang –
der Vorhang fällt.
Mittwoch, November 21, 2007
Die hat's hinter sich
Gespräch am Abend:
Ich: "Ah, die Frau Pauli verläßt die CSU."
Er: "Ja, hab ich gehört. Sie weiß aber noch nicht genau, was sie machen will. Eigene Partei gründen oder so."
Ich: "Oh my god - das hätte dann noch gefehlt."
Er: "Naja, die hat's hinter sich."
In der Tat.
Montag, November 19, 2007
110 – ein Gespräch mit Freunden
Da hatte ich vor kurzem über diese seltsame Frau mit der Dogge berichtet. (Siehe hier!)
Die hab ich nun neulich mit Verstärkung wieder getroffen - also die Dogge, nicht die Frau - und danach, aus Mangel an Kenntnis wohin man sich so wenden kann, die Polizei angerufen. Und wie wir alle wissen ist das nicht die 911 sondern die 110 in Deutschland (ich wollte das gern mal erwähnen, weil einige scheinbar die Notrufnummern im eigenen Land nicht mehr kennen.) Wie auch immer. Das Gespräch entwickelte sich wie folgt:
Nette Dame: „Polizeinotruf, Frau Schmidt (Name geändert).“
„Hohmann, guten Tag. Ich bin mir nicht sicher, ob ich bei Ihnen richtig bin, aber ich versuch’s mal. Ich bin soeben einem Mann mit zwei ausgewachsenen Doggen im Wald begegnet, der diese Tiere absolut nicht im Griff hat.“
„Ah ja.“
„Ja. Also sie müssen sich das so vorstellen, ich wollte mit meinem Hund an ihm und seinen Hunden vorbei gehen. Der Mann wich auch schon vom Weg aus ab in den Wald, weil seine Hunde schon anfingen zu bellen und an der Leine zogen. Also dachte ich, da kann ich vorbei – aber weit gefehlt, als ich noch 5 Meter entfernt war, rissen die Hunde ihn um und zogen ihn auf dem Boden hinter sich her. Ich habe es dann vorgezogen, den Rückwärtsgang einzulegen und lieber den gleichen Weg wieder zurück zu gehen.“
„Ah ja. Liegt denn der Mann noch da?“
„Ähm, bitte?“
„Naja, wissen Sie, ob der Mann noch im Wald liegt?“
Verwirrung auf meiner Seite. „Hm, na ich denke mal nicht.“
„Aber sicher sind Sie sich nicht? Wo war das genau?“
Ich beschreibe der netten Dame, wo sich der Zwischenfall ereignet hat und wie der Mann ausgesehen hat. Sie hört liebenswerter Weise zu und stellt hin- und wieder ein paar Zwischenfragen, um mir das Gefühl zu geben, mein Anruf wäre für die Allgemeinheit wirklich von nutzen. Dann stellt sie folgende Frage:
„Glauben Sie, die Doggen fallen auch Menschen an?“
Ich verspüre diesen leicht stechenden Schmerz hinter meinem linken Auge – das kommt häufig vor, wenn mich spontaner Kopfschmerz befällt.
Ich antworte ihr: „Keine Ahnung, ich bin nicht so lange dort geblieben, um das herauszufinden. Meinen sie, ich soll noch mal zurückgehen?“
„Ähm. Nein. Ja, also, ich sende mal die Kollegen in die Gegend, vielleicht finden sie den Mann ja noch und können die Personalien feststellen. Dann geben wir das ganze weiter ans Ordnungsamt, die sind eigentlich dafür zuständig.“
„Aha. Nun ja, einen Mann mit zwei ausgewachsenen Doggen wird man auf weiter Flur auch nicht übersehen können. Ich danke für ihre Hilfe.“
Hab den Mann nicht wieder getroffen, aber ich glaube auch, der geht nun wahrscheinlich lieber Nachts mit seinen Hunden spazieren. Da begegnen ihm wahrscheinlich weniger Fußgänger im Wald - ob nun mit oder ohne Hund. Und die armen Kreaturen, die da doch rumlaufen, können ja nicht ganz koscher sein, oder? Und außerdem, wer nachts allein im Wald rumkraucht, hat es verdient von einer Dogge in den Allerwertesten gebissen zu werden. So!
Samstag, November 17, 2007
5 Dinge, die ich als Kind mal toll fand...
... und jetzt ganz furchtbar finde.
Wickie und die starken Männer – eine TV Serie die ich richtig cool fand. Im nachhinein betrachtet, ist die Serie schlecht gezeichnet, die Stories öde und die seltsamen Sternchen, die auftauchen, wenn Wickie eine Idee hat, hinterlassen bei mir den Eindruck, der Zeichner befand sich auf einem andauernden LSD-Trip. (In die gleiche Kategorie fallen auch Sendungen, wie Captain Future u.ä.).
Erdbeerschnüre! Hab ich als Kind immer gegessen, sozusagen in rauen Mengen sofern das Taschengeld dies zuließ. Der überzogene, künstliche Erdbeergeschmack schmeckt allerdings irgendwie gar nicht nach Erdbeere, eher nach Plastik und hinterläßt einen pappigen Geschmack im Mund. Ich bin im Übrigen der Überzeugung, dass die Geschmacksnerven nach dem Genuß von Erdbeerschnüren für mindestens zwei Jahre hinüber sind.
Den Tag vor Heilig Abend, weil ich mich das ganze Jahr auf die Lichter, den Geruch von Gänsebraten und Maronen und das Feiern mit der ganzen Familie freute und die Freude darauf einen Tag davor am intensivsten war.
Mein wöchentliches Yps-Heft und, wenn das Taschengeld es hergab und Mutter mal nicht aufpasste, die Gruselcomics.
Comics im Bett lesen und dabei Kekse essen. Ach. Nee, ist gelogen, dass finde ich zuweilen auch heute noch ganz nett. Auch wenn Krümel im Bett nun wirklich etwas ganz furchtbares sind.
Winter mit viel Schnee, weil das einfach jedes Kind toll findet und jeder Erwachsener mit Auto einfach nur einen Koller bekommt.
Donnerstag, November 15, 2007
24
Ich bin ja eigentlich bekennender 24 Fan. Aber die 6. Staffel ist irgendwie so öde, dass ich die letzten zwei Folgen immer noch nicht gesehen hab. Schlechte Story (okay, die vorher waren auch hanebüchend, aber wenigstens spannend), schlechte filmische Erzählstruktur und hinzukommend so unlogisch, dass es fast ins Groteske reicht. Und ja, grotesk kann gut sein, hier ist es das aber eben nicht.
Eigentlich undenkbar.
Ich bin tief enttäuscht. Dabei empfand ich 24 immer als - und ich zitiere einen lieben Freund - "schönen Scheiß".
Oder in Kürze: Jack Bauer sollte in Rente gehen.
Da kann ich schon eher das hier empfehlen: Klick mich.
Ist eigentlich recht ähnlich, nur die meinen es nicht ernst...
Montag, November 05, 2007
Woher hat die Religion eigentlich ihren guten Namen?
Für meinen Freund, den Habsburger.
Alan Shore vs Scientology
Btw. Boston Legal ist klasse und Alan Shore brilliant - ich empfehle aber prinzipiell, die Serie in englisch zu schauen.
Buddy Christ
Heute morgen resümierte die Bischöfin Margot Käßmann im MoMa, dass die evangelische Kirche moderner werden will und muss, da man festgestellt hat, dass die Kirche Mitglieder verliert. Ach nee? Eine kurzerhand durchgeführte Umfrage des Morgen Magazins ergab weiterhin, was eigentlich alle schon wussten; nämlich, dass keiner freiwillig am Sonntag früh aufsteht, um einer Predigt zu lauschen, die vielen zu weltfremd ist. Das hängt im Übrigen wahrscheinlich auch damit zusammen, dass die meisten die Bibel nur aus Hotelzimmern kennen, die sie hin- und wieder frequentieren. Und überhaupt ist das mit den Protestanten so eine Sache. Das Neue Testament ist halt auch wirklich uncool und für heutige Verhältnisse absolut unzeitgemäß. Da sind die Anhänger des Alten Testaments mit der „Auge um Auge und Zahn um Zahn“-Mentalität doch wesentlich eher am Puls der Zeit. Die Sache mit dem erst die eine und dann die andere Wange hinhalten führt heutzutage auch eigentlich nur dazu, dass man Schellen auf beide riskiert und dann auch noch für seine Dämlichkeit ausgelacht wird. Wie auch immer.
Ein sehr lustiger, kleiner Film* hat sich dem Problem des Kirchenbesucherschwunds schon vor Jahren gewidmet, auch wenn es hier die Katholiken waren, die auf die Idee kamen. Die Actionfiguren kann man immer noch kaufen.
Und wer weiß, vielleicht hilft’s der Kirche ja wirklich.
*Nur der Ordnung halber: Der Film heißt Dogma und ist von Kevin Smith. Näheres wie immer unter Wiki (Unglaublich, aber da findet man irgendwie alles...). Ach so, ich sollte vielleicht auch erwähnen, der Film ist absolut sehenswert - ich hab jedenfalls sehr gelacht.
Die Menschheit hat Spaß am Blasen
Ja, ja. Erwischt! Es geht natürlich um das Laub, davon gibt es bekanntlich im Herbst genug. Im Wald stört es einen nicht, im Gegenteil. Am Baum selbst sieht es farblich noch recht schön aus und wenn es denn herunterfällt, sorgt es für das angenehme rascheln unter den Füßen, welches man bei herbstlichen Spaziergängen gern wahrnimmt. Herbstlaub, respektive die einzelnen Blätter, werden gern fotografiert, gesammelt, gesteckt und zu Kinderbildern verarbeitet. So gesehen ist Herbstlaub geradezu ein Lebensgewinn!
Nicht so gern gesehen hingegen, ist das Laub im eigenen Garten - denn dort kann man es meist nicht einfach liegen lassen. Zum einen vergammelt es nur langsam und zerstört dabei wertvolle Rasenflächen, zum anderen ist ja auch nicht schön, wenn die Nachbarn tratschen. Nach dem Motto: "Mann, sind das Schlamper, deren Laub liegt doch schon seit 5 Tagen rum!" Im Übrigen kommt ein "nicht wegräumen" des Laubes ungefähr gleich nach dem "nicht fegen" der Straße am Samstag Vormittag! Um die Schwere dieser unglaublichen Tat auch nur annähernd nachvollziehen zu können, sei erklärt, dass man genauso gut des Nachbars hochglanzpolierten Mercedes klauen könnte, dann weiß man, wo diese Unterlassungstaten einzuordnen sind.
Aber darauf wollte ich ja gar nicht hinaus. Vielmehr wollte ich darüber philosophieren, dass das zusammenrechen des Laubes bei herbstlichem Sonnenschein eine durchaus entspannende Tätigkeit sein kann. Wären da nicht die Nachbarn, die - zugegebenermaßen täglich - ihr Laub mit einem Laubbläser durch die Gegend blasen. Und wo wir gerade beim Blasen sind, was soll dieses epische hin- und hergeblase überhaupt? Gibt es auch nur ein sinnvolles Argument dafür, das Laub unter Getöse zusammenzublasen statt zusammenzurechen? Liegt es vielleicht an der Vorliebe des Menschen für Technik? Denkt man vielleicht, das Laub ist schneller zusammengeblasen als zusammengeharkt, nur weil es laut ist? Mittlerweile benutzen ja einige Leute ihren „Laubbläser“ schon zum Straße fegen – witzigerweise sieht man die nie irgendetwas zusammenkehren und entsorgen am Ende ihrer Bläserorgie. Ich verstehe es einfach nicht. So wird denn auch in unserer Nachbarschaft fröhlich vor sich hingeblasen. Von links nach rechts und wieder zurück. Und das Beste daran ist, jeder im Umkreis von einem Kilometer weiß dann auch, dass der Nachbar Schmidt sein Laub zusammenbläst. Apropos Nachbar Schmidt. Die Blasen im Übrigen immer noch. Ich bin mit der althergebrachten Methode schon lange fertig und genieße eine Tasse Tee. Im Haus. Natürlich bei geschlossenen Fenstern und mit Blick auf die Rotbuche, die noch viele Blätter hat. War mir einfach zu laut da draußen.
Samstag, November 03, 2007
Zettelwirtschaft
Nun hab ich mal eine Woche nichts hier geschrieben und schon stapeln sich die Zettel mit Notizen über Sachverhalte, die mir so aufgefallen sind.
Zum Beispiel über "Wäsche-Jenga", über Streikrechte oder über die Tatsache, dass es Menschen gibt, die es eine doofe Idee finden, wenn man älteren Arbeitslosen das Arbeitslosengeld länger zahlt. Und überhaupt, ist eigentlich jemandem außer mir mal aufgefallen, dass irgendein Idiot auf die Idee kam, jeden einzelnen Apfel im Supermarkt zu etikettieren?
Außerdem ist mir aufgefallen, dass die Musik von Simon & Garfunkel durchaus aggressionsmindernd wirkt und eine gewissen Fröhlichkeit aufkommen läßt, die unter anderem zur Serie des Spiegels über die 68er paßt.
In anderen Worten, ich hätte eine Menge schreiben können, wenn ich es denn getan hätte. Hab ich aber nicht. Und nun sind diese ganzen wundervollen Ideen und Aufregungen verpufft und im naßkalten November untergetaucht. Unwiderbringlich verloren. So wie der Sommer 2007, der ist auch weg. Definitiv.
Letztes Jahr um diese Zeit saß ich hier und sagte mir: "Hey, nächstes Jahr wird alles besser". Frommer Wunsch. Hat sich leider nicht so richtig realisieren lassen. Aber was soll's, dass Jahr ist ja bald zu Ende und man kann sich ja immer noch sagen:
"Also 2007 war ein echtes Scheiß-Jahr! Aber 2008, das wird viel besser!"
Samstag, Oktober 20, 2007
Was mir gerade noch einfällt...
An die angemeldeten Besucher für Silvester:
Abgrillen 07
Heute ist ein durchaus wichtiger Tag. Nicht, dass ich eigentlich ein Verfechter jeglicher Traditionen bin, aber heute ist "Abgrillen 07" angesagt!
Abgrillen bezeichnet im übrigen, dass letzte Mal Grillen in einem Jahr, bevor man am Grill festfrieren kann. Heute morgen zum Beispiel scheint die Sonne, aber überall ist's weiß, was man wohl mit Recht darauf zurückführen könnte, dass es draussen saukalt ist.
Die Tradtion des Ab- bzw auch Angrillens, wurde erst so richtig eine Tradition als ich noch bei Vivendi gearbeitet habe. Da haben wir nämlich in Ermanglung einer Kantine, gern mal den Grill draussen auf dem Rasen aufgestellt. Und weil das so super funktionierte, haben wir das eben auch mal gern im Dezember noch gemacht.
Nun bin wie gesagt nicht wirklich jemand, der Tradtionsverwachsen ist, aber es gibt halt einige Traditionen, die muss man pflegen - geht garnicht anders!
Das brachte mir übrigens gestern beim Metzger auch schon leicht mitleidige Blicke ein, als ich nach Grillwaren fragte und die nette Verkäuferin mir mitteilte, dass für sie eigentlich die Grillsaison vorüber ist, sie mir aber die Steaks gern einlegt. Naja, was wissen einige Leute schon von Traditionen! Pah! Alle keine Ahnung diese Warmgriller!
Und nun lad ich mal die Akkus meiner Kamera auf, damit ich auch einige Fotos machen kann.
Mittwoch, Oktober 17, 2007
Der blaue Klaus
Manche mögen sich vielleicht aus Kindertagen noch an den „Blauen Klaus“ erinnern. Es gab früher mal eine Sendung, die nannte sich „Der große Preis“ mit Wim Toelke, sozusagen ein Vorläufer der heutigen Quiz-Shows wie „Wer wird Millionär“. Ungefähr ab Mitte der Show gab es dann immer eine Kartoon-Einblendung mit Wum & Wendelin, das waren ein Hund und ein Elefant. Die unterhielten sich dann mit dem Showmaster und am Ende, erinnerten sie immer daran, Lose für die Aktion Sorgenkind zu kaufen. Manchmal gesellte sich noch ein blaues Männchen dazu, das war der blaue Klaus, der kam aus einer anderen Welt. Er kam mit seinem UFO immer angeflogen und hatte dann auch immer irgendetwas zum Sketch beizutragen.
Klaus ist im Übrigen ein weiterverbreiteter Name, weswegen man in seiner Bekanntschaft ja gern Spitznamen vergibt. Einer dieser Spitznamen für einen Klaus, war der blaue Klaus. Er bekam diesen Spitznamen irgendwann einmal nach einer Party, wo er so richtig einen sitzen hatte. Überhaupt gab es früher eine Menge Partys, auch gern mit unsinnigen Mottos wie „Die Party „an der jeder mit Hut, Sonnenbrille und grünem Ohr kommen muss“. Ist echt wahr, ich hab davon neulich gerade wieder Bilder gefunden (Das Bild von 1995 zeigt den Klaus mit grüner Nase, aber das Ohr war auch angemalt!).
Der blaue Klaus war mit Bea zusammen, einer sehr guten Freundin von mir. Ich weiß nicht genau wie lange sie zusammen waren, würde aber sagen, sicher mindestens 15 Jahre. Wir haben Geburtstage gefeiert, Silvester und eben auch Partys mit „grünen Ohren“.
Der blaue Klaus hatte es in seiner Jugendzeit wohl nicht ganz einfach, aber er hat alles wieder in den Griff bekommen. Wir haben nie so richtig viel darüber geredet, war auch nicht wichtig, es zählte ja nur das hier und jetzt.
Am Samstag ist der blaue Klaus gestorben. Nach kurzer, schwerer Krankheit, wie Bea mir gestern am Telefon sagte. Ich war schockiert, sprachlos und ratlos. Es tut mir sehr leid. Für Klaus und auch für Bea, denn alle Pläne, die sie gemeinsam hatten, werden sie nun nicht mehr verwirklichen können.
Und ich schäm mich ein wenig, denn ich wollte die ganze Zeit „mal anrufen“ aber hab’s nie geschafft. Außerdem war ich etwas sauer auf den Klaus, obwohl er mir etwas wunderschönes gebaut hat, ich aber dachte, dass hätte er vielleicht schneller erledigen können. Der Klaus war halt nie schnell, aber er war sehr gewissenhaft, was als Schreiner ja kein Fehler ist. Das musste man wissen und etwas Geduld mitbringen, was nachweislich nicht gerade meine Stärke ist. Und weil ich manchmal etwas stur und besserwisserisch bin, hab ich mich nicht gemeldet. Ich war ja nicht richtig böse, ich war nur „schmollig“. Mir wäre ja auch nie in den Sinn gekommen, dass der blaue Klaus einfach so wegstirbt. Von heute auf morgen – mehr oder weniger. Und außerdem stirbt man in der Altersklasse um die 40 nicht einfach, alle werden mindestens 75!
Nu ist es zu spät und ich gräm mich ein wenig. Nicht nur weil ich es ungerecht finde, sondern weil ich dachte, ich hab noch eine Menge Zeit mit den Leuten die ich mag, Dinge zu unternehmen. Jetzt stelle ich einmal mehr fest, manchmal hat man die Zeit einfach nicht.
Klaus, ich werde dich vermissen. Deine ruhige Art, die mich manchmal auf die Palme brachte, deine Art deine Zigaretten selbst zu drehen, deine Art innezuhalten und deine Arbeit zu begutachten, deine blitzenden Augen, wenn du über was gelacht hast. Ich finde es unfair, ich finde es doof, ich wünsche der Bea viel Kraft und werde ihr helfen, wo ich nur kann, wenn sie es denn möchte.
Ich bin traurig, traurig auch über die Zeit, die nie wieder kommt. Traurig, dass die Erinnerungen jetzt nur schmerzen, auch wenn ich weiß, dass sie das Einzigste sind was überbleiben wird. Es wird eine Zeit dauern, bis es wieder schöne Erinnerungen sind.
Mach’s gut Klaus.
Dienstag, Oktober 16, 2007
K.O. Kriterium
Ich fasse zusammen:
4,5 Stunden Autofahrt
45 Minuten Gespräch (war ganz okay soweit, dachte ich)
65 Euro für die Tankfüllung
1 Tag unterwegs (war aber schönes Wetter und eine nette Gegend)
und das alles für die Aussage:
"War super, aber ich glaube, wir suchen jemand mit abgeschlossenem Studium!" (Ich nehme mir heraus, dass hier leicht flapsig zu formulieren.)
Uff. Na Danke.
Es ist ja nicht so, dass ich in meinem Lebenslauf angegeben habe, dass ich 8 Semester Philosophie studiert hätte und dann im Gespräch sage:
"Ach wissen Sie, das war geflunkert, ich wollte mich nur interessanter machen."
Naja, wer lesen kann ist klar im Vorteil und das geht sogar auch ohne Studium.
Der Hund im Imperativ
Gestern begegnete mir diese seltsame Frau mit zwei kleinen Kindern und einem riesigen Hund bei einem Spaziergang im Feld. Und ich freue mich ja auch immer, wenn Leute mit mir reden möchten. Sie zum Beispiel schrie schon einen halben Kilometer vorher:
"Können Sie mal ihren Hund anleinen!"
Hm. Ich persönlich bin ja kein Freund des Imperativ. Imperativ ohne das Wörtchen "bitte" geht zweifelsohne schon mal gar nicht, da regt sich bei mir nur die natürliche Abwehr. In diesem Fall ging es nicht darum, dass sie Angst vor meinem Hund hatte, sie hatte ja selbst einen. Und zwar eine kuschelige, ausgewachsene blaugraue Dogge. Das übertrifft an Größe selbst meinen kleinen, zartfühlenden Dobermann-Mischling.
Wie auch immer, ich nahm meinen kleinen an die Leine und bewegte mich weiter auf die nette Dame zu, die sinnigerweise ihr Kalb auf der linken Seite führte. Zur Erklärung: Wenn man Hunde ausbildet, bekommt man dies auch so bei gebracht: Der Hund läuft links! "Das hat den einfachen Hintergrund, dass der Hund immer am Fahrbahnrand läuft und nicht der Mensch", sagte mir einmal ein Ausbilder. Klar. Ist ja auch besser, wenn der Hund zuerst überfahren wird. Gerüchteweise hörte ich einmal, dass man den Hund links führt, weil man früher das Gewehr rechts in der Hand hatte und der Hund dann eben links lief. Das macht ehrlich gesagt auch eher Sinn, aber ich bin ja auch selten mit einem Gewehr unterwegs und soweit ich sehen konnte, hatte die nette Dame auch keines dabei, wofür ich im Nachhinein sehr dankbar bin. Hätte sie aber auch gar nicht haben können, denn sie musste ja mit zwei Händen den Hund festhalten.
Aufgrund des etwas hektischen Verhaltens der Hundebesitzerin - um die zwei Kinder im Alter von ca. vier und fünf Jahren herumtanzten - schloss ich darauf, dass sie wohl diverse Kommunikationsprobleme mit ihrem Hund pflegt. Folgerichtig nahm ich meinen Hund schon mal auf die rechte Seite, mittlerweile ja auch brav angeleint. Nun wäre es ja sinnvoll gewesen, dass sie das auch tut, aber was der deutsche Hundebesitzer einmal gelernt hat, daran hält er sich so fest, wie an den Enden der Hundeleine. Hat ja auch was mit Autorität gegenüber dem Hund zu tun. Ist schon recht.
Nun kamen wir uns immer näher. Die Kinder hüpften. Mein Hund lief gelangweilt an meiner rechten Seite, die Leine hing schlaff herunter.
5 Meter
Ich konnte das angestrengte rote Gesicht der Frau sehen, die mit wachsender Anspannung und starren Blick in meine Richtung stakste.
4 Meter
Sie begab sich in leichte Rückenlage, die Dogge duckte sich in Erwartung einer Keilerei. Die Kinder hüpften weiter.
3 Meter
Ich hörte sie schon vor Anstrengung keuchen. Die Dogge ist groß, ziemlich kräftig und schert sich einen feuchten Kehricht darum, was ihr Frauchen gern will.
2 Meter
Zwei Hände an der Leine, aufgerissene Augen, die Dogge geht in Schleichmodus über, hängt jedoch immer noch im Zug der Leine.
1 Meter
Die Dogge sprang in meine Richtung - wie überraschend. Frauchen hatte derweil vor Anstrengung einen hochroten Kopf und verkeilte ihre Fersen in der Wiese. Ich blieb stehen. (Im übrigen ein Reflex, da ich bei Hunden, die auf mich zuspringen nie wegrenne.) Wotan (mein Hund) entwickelte derweil ein gesteigertes Interesse an der Dogge und stellte die Ohren auf.
0 Meter
Gepresster Aufschrei auf Seiten der Doggenbesitzerin, die krampfhaft versuchte ihren Hund festzuhalten und dabei in meine Richtung schrie: "Gehen Sie weiter!" Hm. Schon wieder Imperativ. In Anbetracht der sabbernden Dogge und der kurz vor dem Herzinfarkt stehenden Dame, die immer noch von fröhlich hüpfenden Kindern umgeben war, gab ich mich geschlagen und lief weiter.
Aber jetzt mal ehrlich. Die Frau sollte sich einen Yorkshire halten, aber keine Dogge, das gibt doch nur ein Unglück.
Samstag, Oktober 13, 2007
Wortklauberei
"Na Frau Hohmann, da können sie richtig durchstarten!"
Gemeint war sicherlich, dass dies ein Projekt wird, in das man sich voller Elan "reinhängen" kann, sprich, an dem man viel Freude hat, das viel Arbeit macht aber letztendlich auch erfolgsversprechend ist.
Würde ich nämlich durchstarten, würde ich ja nicht landen, weil nämlich beim Landen offensichtlich etwas schief gelaufen ist. Ansonsten starten Flugzeuge ja nicht durch.
Oder war das nur die nette Art mir mitzuteilen, dass das mit dem Projekt nichts wird und ich mal "weiterfliegen" soll?
Hm, vielleicht sollte ich solche Wortklaubereien einfach lassen.
Freitag, Oktober 12, 2007
700.000.000
Ich mag ja viele Spiele von Bioware ganz gerne. Das hängt natürlich mit meiner Vorliebe für Rollenspiele zusammen. Und wenn ich mich recht erinnere, waren die Jungs doch auch immer erfolgreich.
Deswegen frag ich mich schon, mußten die sich denn nun unbedingt von EA kaufen lassen?
Mittwoch, Oktober 10, 2007
Boring!
Also wenn mich ja Eva Herman als Person mit ihren seltsamen Ansichten nicht ohnehin schon tödlich langweilen würde, ja dann, würde ich mich auch sicher über ihren Rauswurf bei Johannes auslassen. Da ich aber auch die Sendung von Johannes B. so langweilig finde, dass ich sie nie anschaue, ist mir das eigentlich alles egal.
Naja, vielleicht nicht ganz, denn eine ausgeklügelte PR-Masche war es ja schon. Es raschelt heftig im deutschen Blätterwald, Deutschland ist entrüstet! Ob nun über Eva oder Johannes, über Senta oder Magarethe oder gar Mario - ach, wer vermag das schon so genau zu sagen. Und wie Eingangs schon erwähnt, eigentlich ist es ja auch egal. Gut ist in jedem Fall zu wissen, dass die Programmanstalten respektive Talk-Shows mal eine eindeutige Linie vollkommen uneigennützig verfolgen. Da fühl ich mich doch gut und selbstgerecht informiert.
Dienstag, Oktober 09, 2007
Ich geh mal kurz schwäbeln
Morgen bin ich übrigens hier.
Und ich wurde schon gewarnt, dass auf der Strecke immer Stau ist. Da ich aber gerade der Bahn nicht traue, fahr ich wohl lieber recht früh los.
Falls einer einen Tipp hat, was man dort in der Gegend unbedingt gesehen haben muss, jetzt wäre der Zeitpunkt es mir mitzuteilen. Und nein, ins Fleischermuseum geh ich nicht, vergeßt es!
Montag, Oktober 08, 2007
Autobiografien auf hessisch...
Ich lese ja bekanntlich gern. Und natürlich auch Biografien, manchmal sogar auch Autobiografien.
Ich kaufe gern bei Amazon. Außerdem finde ich, dass Amazon mit seinem Shop sehr viel richtig macht - in anderen Worten, ich fühl mich in besten Händen.
Was aber gar nicht, sozusagen unter gar keinen Umständen geht, ist das hier:
WTF?
1. Wen interessiert denn bitte die Autobiografie von Mark Medlock?
2. Und was heißt hier "Die Autobiografie von Mark Medlock ist ein radikal subjektiver Text"? Der Typ ist rein subjektiv betrachtet total schnöde...
3. Viel wichtiger ist die Frage: Was zur Hölle hat dieser Schund in meinen Vorschlägen zu suchen?
Liebe Leute von Amazon. Nur weil ich eine Menge Biografien bei Euch bestelle, heißt das nicht automatisch, dass ich Autobiografien von Leuten lesen möchte, deren Leben man getrost auf zwei Seiten unterbringen könnte ("Wurde geboren, bekam nix gebacken, zog in eine WG, Gesinge, babbelt gern hessisch und ist schwul, singt aber neuerdings mit Bohlen auf dem Boot, ach, der Ruhm so toll, aber ich babbel immer noch hessisch, ich weiß ja wo ich her komm, gelle?"). Abgesehen von der Tatsache, dass ich Biografien von Leuten bevorzuge, die etwas mehr in ihrem Leben vollbracht haben, als bei seltsamen Musiktalentshows entdeckt zu werden.
Das schlimme ist ja nur, nun hab ich da voller Schock auch noch drauf geklickt. Soll heißen, nun bekomme ich von Amazon demnächst Dieter Bohlens gesammelte Lebensergüße vorgeschlagen. Arg. Kann man das nicht irgendwie ungeschehen machen?
Bitte, bitte, bitte...