Donnerstag, Oktober 27, 2005

Über Respekt – und wie man sich ihn einfach verdient

Arbeitsanweisungen erleichtern die Arbeit von Vorgesetzen ungemein. Werden die geneigten Mitarbeiter aufsässig, indem sie sich über unausgesprochenen Regeln des Alltags einfach hinwegsetzen, kann dies einfach wieder reguliert werden. Nein, nicht durch ein offenes Gespräch, indem man den betroffen Mitarbeiter auf sein Fehlverhalten hinweist. Wo sind wir denn? Ist doch kein Debattierclub hier! Eine schriftliche Arbeitsanweisung muss es sein! Klingt auch viel offizieller. Nun wollen wir das ganze aber nicht zu sachlich halten. Einleitend bringen Sie erst einmal ihr Unverständnis über die offensichtliche Dummheit ihrer Mitarbeiter zum Ausdruck – werden Sie ruhig etwas persönlich, dass gibt dem Schreiben erst die richtige Würze. Danach schildern Sie in kurzen militanten und leicht herrisch anmutenden Worten, wie das Ganze ab sofort zu laufen hat. Zum krönenden Abschluss der Arbeitsanweisung, weisen Sie darauf hin, dass der betroffene Mitarbeiter die Anweisung postwendend schriftlich zu beantworten hat. Bestehen Sie bitte auch unbedingt darauf, dass er ihnen versichert, die Anweisung verstanden zu haben. Jegliches in Frage stellen Ihrer Anweisung wird damit im Keim erstickt.

Sie können sich sicher sein, wenn Sie diese Art Anweisungen regelmäßig an ihre Mitarbeiter schicken, werden Sie Ihnen in Zukunft mit mehr Respekt begegnen. Und das ist es doch, was wir alle wollen. Ein bisschen mehr Respekt vor der eigenen Person, oder?

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