Samstag, Oktober 15, 2005

Praktikanten, das Management von Morgen!

Praktikanten sind günstig. Wenn man Glück hat beschäftigt man Praktikanten mit abgeschlossenen Studium und schon drei abgeschlossenen Praktika – darunter würde ich ja fast keinen Praktikanten mehr einstellen. Nur für sechs Monate zwar, aber was soll’s Praktikanten gibt es ja genug. Im übrigen lassen sich so die Lohnkosten auch erheblich senken. Wenn langjährige Mitarbeiter kündigen besetzen sie die Stelle einfach nicht neu. Wozu auch? Am Ende bewerben sich noch qualifizierte Leute mit langjähriger Berufserfahrung. Völliger Blödsinn, ein Praktikant tut’s auch – und das noch billig. Sie haben sich wahrscheinlich schon lange gefragt, was ihre berufserfahrenen Angestellten den ganzen Tag so treiben, oder? Sie brauchen loyale Leute im Team und nicht diese ewigen Ruhestörer mit ihren Verbesserungsvorschlägen zu Arbeitsabläufen, die sie als Chef ohnehin aus dem FF kennen.

Weiterer Vorteil, sollten zu viele Mitarbeiter ihr Unternehmen verlassen, weil sie neuerdings nicht nur die Arbeit der kürzlich entlassen Kollegen mitragen, sondern nebenher auch noch die neuen Praktikanten anlernen, behalten sie einfach einen der Praktikanten mal und machen sie ihn zum Junior Manager. Die freuen sich, weil sie den Titel Manager erhalten und sie müssen nicht dafür bezahlen. Da ist ihnen eine mindest zweijährige Dankbarkeit sicher. Danach bewirbt sich das undankbare Pack meist woanders, Gott weiß warum.

Problematisch wird es vielleicht kurzfristig, wenn sie irgendwann nur noch Direktoren und Junior Manager beschäftigen, aber seien wir ehrlich, jeder ist ersetzbar, wir haben doch genug arbeitslose Akademiker ohne Berufserfahrung die auf der Suche nach Arbeit sind.

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