Montag, Oktober 24, 2005

Seltsame Prioritäten

Ich kannte mal einen Mann, der hatte einen Porsche Targa, spielte Golf in einem dieser durchaus elitären Golfclubs, in denen man nur durch eine sogenannte „freiwillige Spende“ aufgenommen wird. Prinzipiell erst mal nichts dagegen zu sagen.

Bei sich zu Hause hatte er Bettwäsche mit Löchern und der Kühlschrank war immer gut gefüllt – und zwar mit einem Glas Cornichons und einem Kanten Käse. Später als er Familie hatte, sparte er auch gern am Essen für Frau und Kind. Aber er aß gern Shrimps, die waren allerdings nur für ihn reserviert. Bei Tisch wurde nicht geredet und lachen war total verpönt. Der Ernährer der Familie macht die Regeln!

Seine Mutter erzählte dann bei einem dieser freudlosen Familientreffen einmal, dass er als Kind ja immer sehr klein und schmächtig war. Er wäre ja so gern Trommler bei der Hitlerjugend geworden, aber da er so klein war, durfte er am braunen Treiben leider nicht teil haben. Das habe ihn doch arg mitgenommen.

So haben bestimmt viele Menschen prägende Erlebnisse in ihrer Kindheit/Jugend. Aber nicht alle entwickeln sich zu Ignoranten, infantilen Sadisten oder gefühllosen Denunzianten. Warum einige sich nur über Geld und Besitz definieren und andere wiederum nur gut fühlen, wenn sie ihren Mitmenschen das Gefühl geben, minderwertig zu sein, weiß wohl keiner so genau.

Setzt sich halt ein jeder seine eigenen Prioritäten für sein Leben. Schön wäre allerdings, wenn die Psychopathen einfach unter sich bleiben würden.

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